Montag, 24. Januar 2011

Decision before Dawn / Entscheidung vor Morgengrauen (Anatole Litvak, USA 1951)


Bei der Ardennenoffensive ("Wacht am Rhein") wird der Soldat Karl Maurer (Oskar Werner) von den Amerikanern gefangen genommen und willigt kurz darauf ein, sich nun auf der "richtigen" Seite wähnend, für diese als Spion nach Deutschland zurückzukehren um die Stellung einer Panzerdivision bei Mannheim auszuspionieren. Doch kaum "in der Heimat" angekommen, fliegt die Tarnung auf und "Happy", wie er von den Amerikanern genannt wird, muss sich durch das zerbombte Deutschland zu den Alliierten zurück durchschlagen...

Anatole Litvak, 1933 selbst zunächst aus Deutschland, dann aus Europa emigrierter Filmemacher, nutzte 1950 die Chance, in Trümmerdeutschland diesen Spionagefilm zu inszenieren. Mit für damalige Verhältnisse riesigem Budget, in authentischem Setting, großem Cast, und alles echt und original. Den Aufwand sieht man dem Film an, die Kulisse, die keine ist, ist ein atemberaubendes Dokument dieser Großstädte in Ruinen. Auch wurden mit beträchtlichem Aufwand Kampfeshandlungen inszeniert, Fliegerangriffe und Verfolgungsjagden durch die zusammenkrachenden Häuserruinen und zerbombten Straßenschluchten. ENTSCHEIDUNG VOR MORGENGRAUEN ist aber nicht nur visuell ein "Erlebnis", auch die Schauspieler können vollstens überzeugen, neben Oskar Werner etwa Hildegard Knef, die eine Prostituierte mit Herz spielt, oder ein SS-Offizier, gespielt von Wilfried Seyfert. Kurz zu sehen ist auch Klaus Kinski in einer ersten Nebenrolle. Ein beeindruckender Film, der von einem letzten Aufbäumen des Dritten Reiches erzählt, aber eigentlich bereits von dessen Untergang kündet.

[Die DVD ist jüngst bei Winkler erschienen.]

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