Samstag, 31. August 2013

Singapore Sling (Griechenland 1990; Regie: Nikos Nikolaidis)


Frisch erschienen bei Bildstörung ist dieses Meisterwerk der bizarren Obsessionen und schwülen Leidenschaften. Film Noir, Horror, und Slapstick-Komödie werden hier von fantastisch arrangierten Bildern zu einer erotischen Sachertorte zusammengemengt,die jeden ernsthaften Filmfreund in Verzückung setzen dürfte. Leidenschaftliches Kino für eine bessere Welt! Und mein Review könnt ihr hier in der filmgazette goutieren. Rülps!




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Mittwoch, 21. August 2013

Den Muso / The Young Girl (Souleymane Cissé, Mali 1975)


Als die junge, stumme Ténin von einem stadtbekannten Lumberjack am Fluß vergewaltigt wird, kann es nur noch schlimmer kommen: sie ist schwanger, ihr Vater fühlt sich und die Familie entehrt und wirft sie hinaus. Alle Beschwichtigungsversuche des Umfelds schlagen fehl, und die enorm unter Druck stehende Ténin greift zu einem radikalen und brutalen Mittel um die Verhältnisse wieder herzustellen.


Erschütternd ist dieser nüchtern gefilmte Alptraum dieser wunderschönen stummen Frau, die sich nicht artikulieren kann. Aber es würde ihr sowieso keiner zuhören, da die Urteile der Angehörigen immer schon bereits gefällt sind. Abrupte Entgleißungen der Gewalt und der patriarchalen Herrschaft lassen jede Hoffnung auf Erlösung absurd erscheinen, ein Ausweg ist nicht sichtbar. Auch die musikalische Begleitung bietet - zumindest für den Rezipienten - keine Erlösung aus diesem Drama, denn sie ist kaum vorhanden. Nur in wenigen Momenten gönnt uns der Regisseur eine Untermalung des Gezeigten, sodaß der Film insgesamt in seiner Wirkung sehr direkt, unkünstlich und beinah ruppig inszeniert scheint; wären da nicht die langen Einstellungen und Sequenzen, in denen sich der Film bewegt: Bilder der Ruhe inmitten des Chaos, eine Verweigerung der Erzählkonventionen unserer westlichen Sehweisen. Erstaunlich, wie emotional dicht man an Ténin dennoch herankommt. Ein faszinierender Film.


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Harakiri (Fritz Lang, 1919)

Ein heute eher unbekannterer Film vom großen Fritz Lang, der meines Wissens leider auch nicht in guter Qualität zur Verfügung steht. Auf youtube oder archive.org findet sich die "offizielle" Version mit niederländischen Untertiteln. Im Netz soll es auch noch irgendwo englische Subs geben. Nun ja, gut die Hälfte aller Untertitel lassen sich auch auf niederländisch gut verstehen, wenn man ab und an mal Pause drückt. Der Film basiert auf der Geschichte der "Madame Butterfly", in der sich, hier bei Lang, die Tochter eines japanischen Daimyo in Nagasaki nach dessen Tod in einen holländischen Handelsoffizier verliebt. Sie bekommt ein Kind von ihm, doch da muss er für vier Wochen zurück in die Heimat. Aus vier Wochen werden jedoch vier Jahre - und auch ein Gattin wartet zuhause. Bei seiner Rückkehr nach Japan nimmt er diese sogar mit. Otake, die auf ihn gewartet hatte, ist am Boden zerstört. Ihr blondes Kind von knapp vier Jahren gemahnt sie an den betrügerischen Vater, der in seinem Kultursnobismus keine wirkliche Verfehlung seinerseits erkennen kann. Da nimmt sich Otake schließlich das Leben. Der Film überzeugt in toto nicht, scheint doch die Geschichte recht zerrissen erzählt, und wird mit der Kamera auf Distanz gehalten. Einzig die Protagonistin Otake (Lil Dagover) gefällt in ihrer Rolle und kann schauspielerisch überzeugen. Der Film wurde in Produktion der Decla überwiegend in Hamburg gedreht, in Hagenbecks Zoologischem Garten und beeindruckt in seiner Darstellung des japanisch anmutenden Exotismus. Der Newcomer Lang übernahm das zum Scheitern verurteilte Projekt als nun bereits dritter Regisseur. Eine Kopie wurde in Amsterdam gefunden, nachdem der Film lange Jahre als verschollen galt.



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Im Westen nichts Neues (Lewis Milestone, USA 1930)


Mega-Klassiker des Anti-Kriegsfilms, der die Fährnisse eines deutschen Gymnasiasten darstellt, der von seinem Lehrer in die Begeisterung von Volk und Vaterland, der Ehre für dieses zu kämpfen und zu sterben getrieben wird. Und dann in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs landet, wo es nur ums Überleben geht und von Pathos und Ehre nichts mehr zu spüren ist. Besonders markant wird dies bei einem Heimaturlaub des Jünglings, der sich bei den stolzen Eltern verloren und unverstanden fühlt, im Wirtshaus den Stammtischstrategen mit ihrer Bescheidwisserei nicht mehr zuhören kann und beim Besuch in der Klasse der ehemaligen Schule, Kritik äußernd, bald als Vaterlandsverräter beschimpft wird. Er sehnt sich zurück an die Front, er findet keinen Platz mehr in der Gesellschaft. Womöglich ist ALL QUIET ON THE WESTERN FRONT, der sich mit seinem Titel schließlich auf den Tod des Soldaten bezieht, was eben völlig normal ist und keine Meldung wert, vielleicht der thematisch umfassendste amerikanische Anti-Kriegsfilm aller Zeiten. Die große Anzahl verschiedener Kriegstopoi - von der Ausbildung zur Desillusionierung zum Trauma - kennt man aus den vielen Kriegsfilmen, die ihm folgen sollten, aber so gebündelt und die Probleme durchdeklinierend scheint dieser mutige Film durchaus herauszustechen, der auch in anderer Weise an Schnittstellen steht: vom Stummfilm zum Tonfilm (der Film wurde auch stumm vorgeführt), zwischen den beiden Weltkriegen, zwischen dem Jubel auf einen Ausflug nach Paris zu fahren und dem, den man bald einem Männchen mit Bärtchen zurufen würde. Heute mag der Film durchaus ein wenig schematisch vorkommen, etwa in seinen Dialogen, die etwas allzu erpicht darauf sind, kein Problem außen vor zu lassen. Eine gewisse hölzerne Mechanik kommt nicht nur in ihnen, sondern manchesmal auch in den Bildabfolgen durch, die den Film wie am Reißbrett entworfen wirken lassen. Eine besonders schöne, themenbündelnde Szenenabfolge muss aber noch kurz erwähnt werden, nämlich die, in der ein Paar Stiefel immer wieder den Besitzer wechselt bis zu dessen Tod, vom nächsten Soldaten bedürftig entwendet werden um ihn wieder (nur) in den Tod zu tragen. Akira Kurosawa muss das gesehen haben, denn in SANSHIRO SUGATA (wenn ich mich recht erinnere) gibt es eine ganz ähnliche Szene mit einem Paar Getas, entlang derer für einen kurzen Moment sich die filmische Narration bewegt.

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Sonntag, 18. August 2013

Gangster Squad (Ruben Fleischer, 2013) - a movie in Tweets


Just after 5 minutes into the film, I already got so bored and unnerved with it that I started tweeting about it... just random stuff that crossed my mind. Not really noteworthy, but probably adequate to that crappy movie. Here's what I posted last night:


GANGSTER SQUAD

Erzählerstimme aus dem = purer Hass @

Ryan Gosling trying to play a character? Yeah, why not... even though it's only an imitation of one...

Sean Penn's looking like Freddy Kruger

I lost a follower (thanks to ?)

Showgirls-zitat

Dieser comichafte Film hat keine Zeit. Für nichts.

As is getting funnier, it's getting better.

Bollywood-Tunes in ! !!

Setzkasten Kino

Ryan Gosling, smiling.

Arschklemmiger Perfektionismus

Immerzu grässlich bemüht um Anschlüsse, da gerne auch schenkelklopfend...

Oh no, jetzt auch noch slow-motion...

Is this movie dumber than Timothy Green?

Geld wird verbrannt, da zieht selbst der cop den Hut

Can u tell me the difference between us and them?, the cop asks. How dumb do you think we are, that you pronounce it, stupid

The dead + bleeding body floating in the pool shot from down below in the water is the first original idea of the camera in

...after 80 minutes!

Tomorrow they'll take my badge, tonight I'm still a cop.... bluargh @

 Zimmer - Tunes @

Bad guys wearing black, worst wears white. Uh, how can i hold them apart?  
 
Jetzt auch noch ein dämlicher fist fight zwischen zwei echten Männern... stupid

Protect and Serve glorification

Am End': reaktionärer Bullshit .


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