Donnerstag, 17. August 2017

UNA (Benedict Andrews, UK 2016)




 Ansprechend gefilmtes Missbrauchsdrama, das aber dank der unnötig stark zerhackstückten Narration, die den Zuschauer erst im Laufe zunehmender Spielzeit ins Bild setzt, große Anlaufschwierigkeiten hat.

 Der Fokus liegt überwiegend auf den Figuren, gespielt von Rooney Mara und Ben Mendelsohn, die - sie mit großen Augen, er mit dünnlippiger Miene - über eine recht schweigsame Konfrontation die Vergangenheit wieder auferstehen lassen. Zu welcher Konsequenz allerdings, das weiß man nicht. Die Motivationslagen sind dann aber doch etwas komplexer, als zunächst befürchtet.

 Das Ende aber bleibt unbefriedigend. Mara ist nicht viel mehr als ein stiller, plötzlich auftauchender Racheengel aus dem Jenseits, der sein Mysterium wieder mitnimmt, wenn er den Film verlässt. Die elegische Musik, die dem Film schon die gesamte Zeit über eine surreale Atmosphäre gab, und die an David Lynchs verunsichernden Alptraumfantasien erinnert, geleitet schließlich gemessenen Schrittes in den Abspann hinüber. Der wirkt dann beinahe wie das Tor zu einer anderen, dunkleren Welt.

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Kommentare:

  1. Ah, es geht ja doch noch weiter! Ich habe schon nicht mehr damit gerechnet, nachdem es hier monatelang auf privat gesetzt war.

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    1. Hallo Manfred! Ja, ich spielte mit dem Gedanken, den Blog zu löschen. Weil: keine Zeit dafür. Aber nun vielleicht doch nochmal eine Gnadenfrist... Schön von Dir zu hören, jedenfalls.

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