Dienstag, 29. Mai 2018

Black Water (Pasha Patriki, Kanada 2018)


 Jean-Claude Van Damme, der sowohl als Legende - aber auch als real existierender Körper - in diesem Actionthriller eindeutig im Zentrum des Interesses steht, macht seine Sache als drahtiger alter Esel sehr gut. Ein paar Spiegelszenen à la JCVD finden sich auch, aber wer so hart zuschlägt wie er, und dabei ein solches Charisma hat, dem fliegen die Frauen natürlich trotzdem zu. Auch wenn sie viel jünger sind. Das will der Genrefilm so (und der Mann sowieso). Aber ganz ab davon, Van Damme ist wirklich in ausgezeichneter Verfassung: drahtig, stark, sympathisch, routiniert. Man möchte ihn einfach kennenlernen, oder noch besser: zum Freund.

 Hier geht es vor allem um eine schlimmer Verschwörung, die ihn in eine Zelle auf einem U-Boot bringt, wo es der Zufall will, dass nebenan Dolph Lundgren sein Dasein fristet. Auf unbegrenzt, also für immer. Man hat es mit politischen Ränken zu tun, Betrügern und Doppelagenten, ganz gleich wo - aber vor allem an den Spitzenpositionen der eigentlich so zuverlässigen Homeland-Verteidigungsapparate.

 Dolph Lundgren hat nicht viel zu tun, außer in einer Zeile zu sitzen und den intellektuellen Schwerverbrecher zu geben. Ebenso gut abgehangen, ebenso sympathisch. Er lächelt viel und kann alleine durchs Zuhören analysieren, wer an Bord ist, wo er sich aufhält, und was sein Sternzeichen ist. Beinahe. Aber er hat nichts verlernt in seiner Isolation. Einmal frei gelassen, hat man auch ihn besser zum Freund.

 Der Plot ansonsten ist milde ridikulös, aber geht überwiegend in Ordnung. Die Kampfszenen sind hart und sauber inszeniert, wenig Überraschungen auf dieser Seite. Black Water ist ein kurzweiliger DTV - Männerspaß, der viel zu kurz ist und noch drei Stunden so weiter gehen könnte. Fulminant.

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Der Film ist bei Koch Media erschienen und in der üblichen Weise digital verfügbar. An Extras gibt es wenig, aber wer will schon Extras. Eine sehr lohnende Anschaffung. 

Michael Schleeh

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