Dienstag, 14. Dezember 2010

Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert / Confessione di un commissario di polizia al procuratore della repubbli (Damiano Damiani, Italien 1971)


DER CLAN ist eines der frühen Mafia-Dramen, in denen der Kampf gegen das Verbrechen ein aussichtsloser ist. So durchzieht den stimmungsvollen Film eine tiefe Melancholie, in der Martin Balsam als Kommissar -in einer Paraderolle- und Franco Nero als junger Staatsanwalt die Unterwelt von Palermo aufmischen. Doch es sind zwei unterschiedliche Charaktere, die hier kämpfen. Balsam ist ein erfahrener alter Hund, der zuweilen auch selbst das Gesetz beugt, um zum Erfolg zu kommen. Nero hingegen ist jung und engagiert, aufrecht, obrigkeitsgläubig. So ist in der permanenten Lebensgefahr, in der sie schweben, sogar der eigene "Partner" ein unzuverlässiger.
Einer der Höhepunkte ist das Streitgespräch der beiden auf einem Berggipfel um Palermo, bei dem sie sich so sehr verstreiten, dass sie im Bruch auseinandergehen. Nun gibt es überhaupt keine Sicherheiten mehr. Als bei den fortlaufenden Ermittlungen immer deutlicher wird, dass es nicht nur gegen den Verbrecher Lomunno geht, sondern auch gegen den korrupten Polizeiapparat und die Politik, steht Nero sogut wie alleine da.

DER CLAN ist ein nihilistisches Polizeidrama, das trotz seiner verwirrenden und etwas mühsamen ersten Hälfte (und einer furiosen zweiten (!)) mit einem überragenden Cast zu punkten weiß, mit tristen Stadtansichten, tollen Innenraumbildern und einem genialen Score von Riz Ortolani.