Samstag, 18. Dezember 2010

Entfesselte Begierde / Female Vampire / Les Avaleuses (Jess Franco, Frankreich/Belgien 1973)


Ein Sexvampir (Lina Romay) macht die Insel Madeira unsicher, ein uraltes Wesen aus dem versunkenen Reich Atlantis. Die Vampirin Irina von Karlstein verführt ihre Opfer, und saugt ihnen beim fellationierten Orgasmus die Lebenskraft aus dem Körper. Ein Wissenschaftler (Franco selbst) ist ihr mithilfe eines bebrillten Psychologen auf der Spur...


Die Comtesse wandelt mit einem hauchdünnen, schwarzen Umhang aus feinster Gaze über die sonnige Insel, auf der die ahnungslosen, sexbereriten Touristen die Zeit vertrödeln. Diesen Umhang kann sie prima auf einer Hügelkuppe ausbreiten, mit den Armen wedeln, und dann verwandelt zur Fledermaus ihr nächstes Opfer aufsuchen.


Das ist aber schon alles, was es an Handlung mitzuteilen gibt. Von den 100 Minuten Film ist die Romay etwa 95 Minuten nackt, allenfalls bekleidet mit einem breiten Ledergürtel, einmal, bei einer Auspeitschszene, wurde ihr ein Tuch in den Mund gestopft. Auch ein gutes Mittel gegen Vampire. Die meiste Zeit aber räkelt sie sich auf einem Bett mit Brockatbezug herum, masturbiert am Bettpfosten, oder gibt sich der lesbischen Liebe hin. Das männliche, voyeuristische Auge bekommt hier einiges zu sehen - sind doch einige Szenen beinahe pornös zu nennen. Den Film durchzieht eine eigenartige, ästhetisierte Trance, die vermutlich aus der Beleuchtung und den drei immer wieder bis zum Erbrechen wiederholten Musikstücken herrührt. Die Kamera jedenfalls ist sehr plump, faul, oft unscharf (womit natürlich gespielt wird), und zoomt lieber, als dass sie sich bewegt.

Einmal verliebt sie sich aber in ihr Opfer, in den Mann mit dem traurigsten aller Backenbärte. Vielleicht sind es seine blauen Augen. Aber dann kann sie doch nicht aus ihrer Haut. Zum Glück!