Donnerstag, 16. Dezember 2010

Rammbock (Marvin Kren, Deutschland/Österreich 2010)


Der etwas naive Michael kommt aus Wien nach Berlin, reist seiner Freundin Gaby nach. Dort angekommen, kann er sie allerdings in ihrer Wohnung nicht finden. Ein Installateur und sein Gehilfe schrauben stumm an der Heizung herum. Plötzlich allerdings rastet der Mann aus, stürzt sich auf die anderen. Er hatte sich infiziert. Als unter lautem Geschrei mehrere Anwohner des Gebäudes im Innenhof von den Zombies angefallen werden, das Fernsehen nicht mehr sendet und im Radio nur noch eine Notstandsendlosschleife durchkommt, wird klar, dass die Welt unter der Zombifizierung untergehen wird. Es ist mal wieder Apokalypse, es geht ums nackte Überleben...
Der kurze, einstündige Film, mitfinanziert vom Kleinen Fernsehspiel des ZDF, macht aus seinen beschränkten Mitteln das Beste: hier wird das Genre nicht neu erfunden, aber aus der Not erwächst die Tugend; so spielt der Film fast ausschließlich in dem Gebäude um den Innenhof, über den die Überlebenden miteinander kommunizieren. Die Zombies sind rasend schnell, aggressiv wie in 28 DAYS LATER, ein Ortswechsel ein va banque-Spiel und zwingend notwendig zugleich, will man etwas zu essen finden. Oder eben Gaby, Michaels große Liebe. Die Hatz durch die Stockwerke, über das Dach, von Wohnung zu Wohnung ist trotz der bekannten Standards spannungsreich inszeniert und das Drehbuch kann zudem mit einigen gut durchdachten Kapriolen punkten. Der Film befindet sich durchweg auf einem sehr hohen Spannungslevel, die Schauspieler sind fast alle überzeugend, die Kamera up to date. Schnelle Schnitte, Musik à la EXPLOSIONS IN THE SKY, am Ende gar ein wenig Liebe und Ausblick. Das ist deutlich mehr, als man von einem deuschen Zombiefilm erwarten konnte. Eine echte Überraschung.