Mittwoch, 1. Dezember 2010

The Shining (Stanley Kubrick, USA 1980)

Jack Torrance, Gelegenheitsarbeiter und verhinderter Schriftsteller, übernimmt die Aufgabe des Hausmeister für die Überwinterung des imposanten Overlook-Hotels in den Rocky Mountains. Nach kurzer Zeit ist er dort oben mit seiner Familie völlig eingeschneit, isoliert und von der Umwelt abgeschnitten. Eine ehemalige Familientragödie, die sich im Hotel abgespielt hatte, drückt auf die Stimmung; vor allem auf die Dannys, des Sohnes, der für solcherlei Schwingungen besonders empfänglich ist: er hat DAS SHINING. Kurze Zeit später steht Jack mit beiden Beinen im Wahnsinn und gedenkt die Tradition des Axtmörders fortzuführen...


Kubricks Film ist nach all den Jahren und den vielen, vielen Sichtungen immer noch ein Höhepunkt im filmischen Alltagsgeschehen. Der Film, ich hatte zunächst Bedenken, nutzt sich überhaupt nicht ab. Sicher, die Schocks sitzen nicht mehr ganz so tief wie "damals", doch mit reiferem Alter drängt sich immer mehr das Wie vor das Was. Dass Kubrick vor allem ein Stilist ist, weiß natürlich jedes Kind, und dennoch: es ist atemberaubend, dass wirklich jede Szene, jede Einstellung großartig ist auf ihre Weise, die Montage einen enormen Beitrag zum Film leistet (wenn nicht den größten), und der absolut umwerfende Score die Ausschläge auf dem Verstörungsgeigerzähler herumwirbeln läßt. Es ist müßig, die klassischen Horror-Szenen aufzuzählen, die bereits ins kollektive Filmgedächtnis eingegangen sind. Ihre Zahl ist Legion. Das Labyrinth als Leitmotiv des Films allerdings muß erwähnt werden, es zieht sich mustergültig durch alle Ebenen des Films.
Der Film ist immer noch ein Magenhieb und ein optischer Genuß zugleich. Und für einen Kubrick ist er gar nicht mal so kalt und distanziert. Wahnsinn, dieser Irrgarten.