Sonntag, 19. Dezember 2010

Warbus (Ferdinando Baldi als "Ted Kaplan", Philippinen/USA/Italien 1985)


"Wir würden ohne sie nicht weit kommen, ohne unsere Freunde: die Marines!"

Der Dschungel ist die Hölle. Als eine Missionsstation von den bösen Vietcong überfallen wird, flüchten die Zivilisten mit einem alten gelben Schulbus. Kurze Zeit später allerdings werden sie von einer versprengten Gruppe Marines aufgehalten, die kurzerhand das Gefährt kapern, und erstmal nach Da Nang zu ihrer Einheit wollen. Es bleibt also nichts anderes übrig, als nachzugeben - zumal die Marines gestandene Männer sind und über ordentlich Feuerkraft verfügen...





Der große Ferdinando BLINDMAN, DER VOLLSTRECKER Baldi inzenierte diesen recht gewöhnlichen, aber immer wieder spannenden, dabei ziemlich over the top-geacteten Vietnamkriegsfilm, der nicht nur mit einem okayen Plot daherkommt, sondern auch mit geölten Männermuskeln (stets bis zum Zerreissen gespannt) und einer ziemlich flotten Biene, die keine Probleme damit hat, selbst den Finger an den Trigger zu legen:

[Grindhouse läßt grüßen...]

Bei WARBUS darf man sich über eine sehr routiniert souveräne Inszenierung freuen. Der Mann hat doch einige Filme gemacht, und weiß, wie man ordentlich Krawumms mit einer Portion Originalität in Szene setzt. Manche pyrotechnischen Effekte sind sogar so toll, dass dieselbe Hütte oder das Munitionsdepot mehrmals in die Luft fliegen darf. Dazwischen finden sich immer wieder Momente der Ruhe, in denen die Figuren dann ihre hochkochenden Emotionen ausleben dürfen. Denn nicht einen kleinen Teil des Films nehmen die gruppendynamischen Verschiebungen ein. Konflikte, die selbstverständlich meist im Faustkampf ausgetragen werden. Manchmal heißt es aber auch ein fach nur Durchschnaufen!

[Mhm, alles Ok hier.]

Immer wieder allerdings finden sich Szenen, in denen beinahe eine Art Idylle geschaffen wird. Der dunkle Dschungel, ein Höhenzug in der Ferne, die Weite des Himmels, die Schönheit der Vegetation:

[Nimm doch bitte die Blume mit ins Bild, Kameramann!]


Trotz der von mir geäußerten dämlichen Ironismen ist der Film ordentliche Vietnam - Kriegsaction, die man sich sehr gut an einem verschneiten Sonntagnachmittag ansehen kann. Es muss ja nicht immer Apichatpong Weerasethakul, MISSING IN ACTION oder RAMBO III sein!