Montag, 28. Februar 2011

The King of Kong: A Fistful of Quarters (Seth Gordon, USA 2007)


Seit 25 Jahren hält Billy Mitchell (oben links) den Weltrekord im Donkey Kong Arcade-Videospiel. In der Community wird er dafür wie eine Gottgestalt verehrt - vor allem da sein Vorsprung zum Zweitplatzierten so riesig ist. Als der Niemand Steve Wiebe, ein Familienvater und Lehrer am anderen Ende der USA seinen Job verliert, sucht er eine neue Freizeitbeschäftigung, kauft sich einen Donkey-Kong-Kasten und stellt ihn in die Garage. Wiebe nimmt sich vor, als er merkt, wie gut er im Gamen ist (Strategie, Analyse, usw...) den Weltrekord anzugreifen. Fortan verbringt er viele Stunden in seiner Garage. Und dann schafft er das auch. Zum Glück hat er alles mit Kamera gefilmt - doch da ihn niemand kennt, wird das Ergebnis angezweifelt. Von da an kämpft Wiebe um die Anerkennung seines Titels...

THE KING OF KONG ist eine sehr feine, unterhaltsame und spannend gemachte Dokumentation mit dem Charme einer Independentproduktion. Sie schafft es durchaus einem Menschen, der sich überhaupt nicht in der Welt der Arcade-Gamer auskennt (wie ich), diese Szene nahezubringen, mit ihren eigenen Codes und Funktionsmechanismen. Und letztlich wird es ja sowieso auf's menschliche Drama heruntergebrochen: und da ist der Film dann auch manipulativ, kreiert er doch sehr deutlich zwei Filmpersonae, die in ihrer Biographie und aufgrund ihres unterschiedlichen Charakters quasi zwangsläufig zu Kontrahenten werden mußten. Und dass Wiebe die Sympathien zufligen ist auch klar - Mitchell wird als arroganter, dummschwätzender Redneck dargestellt (was er ja vielleicht auch ist). Sei's drum, hier taucht man ein in einen ungekannten Mirkrokosmos, und es ist ungemein spannend, diesen ganzen Nerds bei der Ausübung ihrer Leidenschaften zuzukucken. Eine Empfehlung.