Dienstag, 17. Mai 2011

That Cold Day in the Park (Robert Altman, USA 1969)


Altmans zweiter Spielfilm (dem im darauffolgenden Jahr MASH folgen sollte) ist ein in Vancouver situiertes psychosexuelles Drama um eine etwas vereinsamte junge Dame aus der gehobeneren Gesellschaft, die an einem trostlos verregneten Tag einen jungen Mann auf einer Parkbank beobachtet und ihn schließlich zu sich hereinbittet, um sich zu wärmen. Der Mann spricht kein Wort, und obwohl sich die beiden nicht kennen, entwickelt sich aus der Fürsorgesituation heraus ein quasi-inniges Verhältnis.

Altmans Film zeichnet sich vor allem durch den Status der Verunsicherung aus. Da man überhaupt nicht einschätzen kann, wie sich diese brisante Beziehung entwickelt, oder was der Unbekannte anstellen könnte, bleibt das Spannungslevel konstant hoch. Man wundert sich über die Verschrobenheit der Charaktere, bekommt aber einen intimen Einblick in ihre Lebensverhältnisse. Dass der Film dann mit einem großen Rumms zuende geht - und ganz anders als sich am Beginn vermuten ließe - macht ihn etwas spektakelhaft, dabei jedoch nicht völlig unglaubwürdig. Darauf kommt es meines Erachtens aber auch nicht an - man genieße die bedrückende Atmosphäre, das unterdrückte sexuelle Begehren, und lasse sich nicht von den negativen Kritiken beeinflussen, wie sie etwa prominent in der N.Y. Times (Achtung massive Spoiler!) zu finden sind.