Dienstag, 14. Juni 2011

Schnappschüsse, Pt. 4

Schon wieder im Kino gewesen, diesmal bei einer Veranstaltung der Dokumentarfilmreihe "Blickwinkel", die hier eine Woche lang in Rex und Filmbühne gezeigt wird. Zu sehen gab es ICH KOCH von Bettina Timm (D, 2010):


Der bislang nur auf wenigen, kleineren Festivals gezeigte Film portraitiert die Fährnisse zweier Jungköche, die im ersten Lehrjahr stecken. Das Besondere: der eine arbeitet in einem Münchner Brauhaus, dem Ratskeller, mit bis zu 3000 Gästen am Tag, der andere auf dem Land in einem Sternelokal. Der Reiz besteht im Kontrast der beiden Erfahrungswelten, jedoch ist der Film sehr unstrukturiert, Personen werden eingeführt, die dann nicht weiter berücksichtigt werden, und alles scheint auch etwas ziellos. Dann ist der Film vorbei. Am besten ist die Eröffnungseinstellung, in der auf ekligste Weise Rotkohl zusammengepatscht wird. Später sieht der Film dann leider wie eine Fernsehproduktion aus. Gefördert hat denn auch das bairische Fernsehen.

EIN PROPHET von Jacques Audiard (Fr, 2009) ist ein hartes Gefängnisdrama, das nicht nur durch eine hochspannend erzählte Geschichte, sondern vor allem durch seinen großartigen Hauptdarsteller (Tahar Rahim) überzeugt. Ein Kleinkrimineller kommt in den Knast, kämpft sich durch und macht Karriere. Unprätentiös, ohne Machoallüren, ein sehr schöner Film.


Auch auf Blu-ray gesehen und hier vor allem im restaurierten Bildern geschwelgt habe ich in Michael Powell und Emeric Pressburgers britischem Drama


Der Plot um die Nonnen, die in einem Bergdorf im Himalaya eine Schule samt Hospital einzurichten versuchen, dürfte hinlänglich bekannt sein; ebenso der Status des Films in der Filmgeschichte. Wenn das Lexikon der Internationalen Films über DIE SCHWARZE NARZISSE von einem packenden Drama mit beeindruckender Farbdramaturgie schreibt, dann will ich da nicht widersprechen.


Diesen Film von Robert Altman habe ich mir in den letzten Wochen zwei Mal angeschaut, um ihn einigermaßen zu fassen zu kriegen. Toll, wie im GINGERBREAD MAN (USA 1998) alles miteinander verwoben ist und auch die Natur noch so passend mitspielt mit ihrem Tornado. Branagh spielt den Anwalt in Trouble sehr souverän - ein Mann, dessen Leben aus den Fugen gerät, als er sich mit einer Kellnerin einlässt. Deren verwirrter Vater (Robert GOTT Duvall) terrorisiert aber das arme Ding und nun rückt auch der Anwalt ins Visir des Psychos. Im Kino floppte der Film gewaltig und Jonathan Rosenbaum hat er auch nicht gefallen. Kein typischer Altman (obwohl man ihn in seinen Erdfarben wieder erkennt, oder in den Szenen in der Anwaltskanzlei), aber als reißerische Abwechslung im Ouevre sehr interessant, dunkel, düster, verregnet.