Mittwoch, 6. Juli 2011

Un Barrage contre le Pacifique (Rithy Panh, Frankreich/Belgien 2008)



Anfang der 1930er Jahre kämpft eine Witwe, Madame Dufresne (Isabelle Huppert), im kolonialen Indochina um ihre Reisfelder, die von den Taifunen des chinesischen Meeres überspült werden und so die Ernte vernichten. Da die Familie mittlerweile hoch verschuldet ist, scheint ihr bald jedes Mittel Recht, die Existenzgrundlage zu sichern. Krankheit und Verfall machen sich zudem allerorten bemerkbar. Da erscheint ein reicher Chinese, dem es die Tochter äußerst angetan hat. Dass auch er ein knallharter Geschäftsmann ist, dem es um neues Land für seine Pfefferbäume geht, ist allerdings schnell herausgefunden.



Der Film ist bereits die zweite Verfilmung eines Romans von Marguerite Duras, und auch hier wurde wieder viel Augenmerk darauf verwendet, eine möglichst schwüle Atmosphäre zu kreieren, die dann schnell ins Schwülstig-Erotische kippen kann. Stets sind die Dekolletées verschwitzt, die Männer oberkörperfrei (vor allem die der leinenhosentragenden Herrenrasse), und die Mädchen springen leicht bekleidet in den Fluss. Dazu gesellen sich panoramatische Bildkompositionen mit brennenden Hütten zu wehklagendem Geschrei der Einheimischen.



Hier ist also viel Kolonial-Kitsch zu bewundern, und letztlich ist es ausnahmslos der darstellerisch feinsinnigen Leistung Madame Hupperts anzurechnen, die diesen Film vor dem Absturz rettet. Ihr fein nuanciertes, stets zurückhaltendes Spiel birgt eine größere Dramatik in sich, als die Regie der großen Gesten. Insgesamt ist der Film zu delektabel geraten.