Mittwoch, 24. August 2011

Stake Land / Vampire Nation (Jim Mickle, USA 2010)


Nachdem das Land von einem ökonomischen wie politischen Kollaps erschüttert wurde, breitet sich eine verheerende Vampirepidemie aus. Die Landstriche und Städte sind verwüstet. Einzig einige wenige, kleine und isolierte Enklaven kämpfen noch gegen die gewalttätigen Blutsauger ums Überleben - und müssen sich ebenso gegen marodierende Kannibalenbanden und eine ultrabrutale Bruderschaft zur Wehr setzen. Ein namenloser Vampirjäger ("Mister") nimmt den noch jungen Martin mit auf seine Odyssee durch das verwüstete Land nach Norden hin: in Kanada soll sich wieder eine bürgerliche Gesellschaft etabliert haben, das "New Eden".


Die Postapokalypse lädt zum Horrorfilm und verknüpft einen deutlich an THE ROAD erinnernden Plot mit einem leider etwas stark auf Schocks setzenden Untoten-Film. Und dies ist auch einer der Schwachpunkte des Films, bietet er doch vor allem durch seine immer wieder toll inszenierten Bilder, die melancholische Musik und den desillusionierten Kommentar Martins, der hier als Erzähler fungiert, genug Ansatzpunkte für einen stimmungsvollen Volltreffer. Hätte man sich in den Gewaltszenen nur stärker an einem LET THE RIGHT ONE IN orientiert, anstatt an den standardisierten Monster-Reissern! Denn diese "Vampire" in STAKE LAND sehen zunächst einmal aus wie unzählige Zottelzombies der Filmgeschichte vor ihnen - und sie verhalten sich auch so. Von der subtilen Bedrohung eines edlen Vampirdaseins ist hier nichts zu spüren - es sind wilde Bestien, gegen die man kämpft. Und also wechselt auch permanent die Stimmungslage zwischen melancholischer Apokalypsenstimmung und Invasionsszenario.


Größere moralische Probleme wirft der Film ebensowenig auf - hier gibt es die Guten und die Bösen, und das kurze Zögern beim Töten eines obligatorischen Kindervampirs vermag mit ziemlicher Sicherheit in den Schaltzentralen der Splatterafficionados keine gesteigerte Synapsenregung auszulösen. STAKE LAND ist ein Film, der sein Potential leider nicht ausschöpft, aber dennoch in befriedigendem Maß zu unterhalten weiß. Eine filmhistorische Relevanz für's Genre würde ich ihm aber sicher nicht zusprechen.