Mittwoch, 7. September 2011

Wasted on the Young (Ben C. Lucas, Australien 2010)


Ein junger australischer Student an einer Elitehochschule wird dazu gezwungen, Position zu beziehen, als die Jungs der angesagtesten Clique, zu der auch sein Stiefbruder gehört, bei einer ausufernden Party seine heimliche Liebe, die blonde Xandrie, erst mit Drogen vollpumpen, dann gemeinsam missbrauchen, und sie schließlich halbtot an einen Strand fortschaffen, um sie dort ihrem Schicksal zu überlassen.

WASTED ON THE YOUNG ist ein kalter, auf moderne Optik getrimmter Film: Alles ist in bläuliches, monochromatisch stahlfarbenes Licht getaucht, es wird teilweise irrsinnig schnell geschnitten und montiert, die Kamera ist sehr agil, springt auch schnell in einer subjektive Sicht. Die Protagonisten sind zunächst einmal alle unsympathisch. Die Jungs vom Schwimmteam sind unsägliche Potenzprotze, die mit dicken Autos zu den Strandhäusern ihrer reichen Eltern fahren, die Mädels sind generell wenig mehr als die Partypüppchen, die für eine Nase Koks so ziemlich alles machen, was der Testosteronbomber möchte. Der Protagonist allerdings ist ein Nerd, ein Computerfreak, der sich außerhalb dieser Gesellschaft befindet und ein wenig wie ein zu gut gekleideter Emo-Boy dahrkommt. Xandrie und ihre Freundin Ella sind logischerweise denn auch die einzigen Ausnahmen auf weiblicher Seite. Umso mehr spornt es folglich die Topdogs an, Xandrie ins Bettchen zu bekommen, da die aufkeimende Liebe des Außenseiters zur zurückhaltenden Schönheit natürlich ein Affront gegen deren Platzhirsch-Dasein bedeutet.

Auffälligstes Plotmerkmal ist Lucas' Einbindung der "social media"-Kontexte in seine Narration. Es werden unzählige SMS geschrieben, deren Text als Buchstaben im Filmbild aufblenden. Das Smartphone mit seinen Kameramöglichkeiten, Chatforen und mms-Dienste tun ein Übriges, um jede Neuigkeit und jeden Skandal möglichst schnell unter die Leute zu bringen. Hier schlägt dann die Stunde des Nerds: er weiß diese Kommunikationsformen strategisch zu nutzen, um seine Rache an den Übeltätern durchzuführen. Konsequenterweise begegnet uns in diesem Film kein einziges Mal eine erwachsene Person. Ein interessant konstruierter Film, der nichts wirklich Neues erzählt, aber motivisch dicht verwoben ist und mit ordentlichen Jungdarstellern überzeugt.