Samstag, 29. Oktober 2011

WAZ (Tom Shankland, Großbritannien 2008)


Die Ermittler finden mehrere Leichen mit eingeritzten, formelhaften Zeichen. Es scheint eine Gleichung zu sein, in der die Variablen von Evolution und natürlicher Auslese zu einem Ausgleich kommen (!). Die Detectives Eddie Argo und seine neue Partnerin Helen Westcott (Stellan Skarsgård, Melissa George) stehen vor einem Rätsel...


Wie auch der Zuschauer. In diesem düsteren, zumeist bei Nacht spielenden Horror- oder Copthriller, der Anleihen beim Torture Porn nimmt, ist zwar recht bald klar, wer der Täter ist (eine missbrauchte Frau, die Rache nimmt), doch streift der Film wie seine Figuren scheinbar ziellos durch die Nacht. Spannung, obwohl vielfach beschworen, will sich einfach nicht einstellen. Sympathien für die Figuren ebensowenig. Skarsgård spielt sehr verstockt, und die George ist eben der Frischling, der sich nicht traut. Dem Film fehlt zudem eine klare Perspektive, ein Ziel, wohin die Ermittlungen führen sollen und schnell stellt sich ein Gefühl der Resignation ein: das Drehbuch weiß wohl nicht, was der Film erzählen will. Auch die Dialoge wirken sehr künstlich, aneinandergepappt und unnatürlich. Das mag teilweise auch an der deutschen Synchronisation liegen, in der ich den Film sah. Hohle Stimmen, gestelzte Emotionen, Lippensynchronitätsprobleme.


Am sympathischsten, und das ist dann vielleicht doch bemerkenswert, ist letztlich die Killerin. Welche freilich um den Film auszubalancieren viel zu wenig Screentime hat. Auch die Vergleiche mit SE7EN sind haltlos; die Filme ähneln sich lediglich in ihrer Dunkelheit. Atmosphärisch aber ist WAZ deswegen noch lange nicht. Shanklands THE CHILDREN hat mir dann doch deutlich bessser gefallen, auch wenn ich ihn für stark überschätzt halte. WAZ muss man jedenfalls nicht gesehen haben.