Freitag, 23. Dezember 2011

Vigilante / Streetfighters (William Lustig, USA 1982)


Als die Frau des an Recht und Ordnung glaubenden Fabrikarbeiters Eddie Marino (Robert Forster) mit viel Zivilcourage einer Bande Wüstlinge entgegentritt, hat die Sache ein Nachspiel: bald kommt es zu einer Home Invasion, bei der einer der Übeltäter, ein Schwarzer mit Pumpgun, die Gattin angreift und den Sohn ermordet. Als der Verbrecher bei der anschließenden Gerichtsverhandlung aber von dem korrupten Richter unter Bewährung frei gesprochen wird, dreht Eddie durch und attackiert denselben. Dafür wandert er in den Knast. In der Zwischenzeit formieren seine ehemaligen Kollegen unter ihrem Anführer Nick (Fred Williamson) eine bewaffnete "Bürgerwehr", die ihren Neighbourhood vom "Gesindel" mit Waffengewalt befreien will. Als Eddie aus dem Knast kommt gibt es nur noch eines für ihn: Rache.


William MANIAC / MANIAC COP Lustig brilliert hier mit einem knallharten Selbstjustizstreifen, der trotz seines nicht gerade originellen Plots nicht nur äußerst unterhaltsam und spannend ist, sondern auch exzellente Bilder vorzuweisen hat. Besonders auffällig ist auch die Regie in den Actionszenen, die oftmals die Woo'schen oder Peckinpahschen Zeitlupenästhetik bemüht, um an Intensivität zu gewinnen. Bemerkenswert ist hier eine grimmige Konsequenz, die vor keinen moralischen Schranken halt macht. Seien es die Blutfontänen, die sich aus den angeschossenen Körperteilen blutrot ergießen, oder die Tatsache, dass hier mehrfach Frauen misshandelt und wie bereits erwähnt, ein Kind aus purer Lust am Töten ermordet wird. Und das vor einem geblümten Duschvorhang mit einem Gewehr, das in seiner Durchschlagskraft sogar noch das Fenster (Perspektive der Mutter draußen) zerbersten lässt.



Überhaupt überzeugt der ständig wie zur Explosion neigende Film mit den tollen Stadtansichten New Yorks, insbesondere des heruntergekommenen Stadtteil Queens. Dazu ein pumpender 80er- Jahre-Soundtrack, coole Autos, die in bester BULLITT-Manier zur Verfolgungsjagd einladen, und eine Trostlosigkeit, die keine Aussicht auf Besserung bietet. Hier hat sich in den menschenleeren Straßen, die den Straßenbanden überlassen wurden, ein feiger Egoismus etabliert. Die Polizei weiß sich nicht zu helfen, die Gewalt regiert. Die einzige wirklich positive Figur des Films, eine engagierte Staatsanwältin, ist völlig desillusioniert und hat keine Cahnce, gegen das korrupte System anzukommen. So endet der Film mit einer Explosion der Gewalt, nach vollzogener Rache. Und nun? Wird so eine bessere Welt geschaffen? Nein. Über allem, der Nihilismus.