Samstag, 8. September 2012

V/H/S (Adam Wingard, Ti West, Joe Swanberg, Radio Silence,..., USA 2012)


Ein Bande Kleinkrimineller wird zum Raub eines mysteriösen VHS-Tapes angesetzt - doch überraschenderweise ist das Haus beinahe leer. Im Obergeschoss jedoch finden sie einen toten Mann im Fernsehsessel, der vor einer riesigen Wand aus Fernsehern sitzt. Einer der Einbrecher bleibt dort zurück und macht sich daran, die dort herumliegenden Tapes durchzuschauen, während seine Kompagnons den Keller inspizieren. Dort finden sie eine ganze Menge alter Cassetten, und packen einfach alles ein. Oben jedoch macht man eine überraschende Entdeckung. Die Cassetten zeigen alle Horrormaterial feinster Güte: found footage - Zeug, das enorm fesselnd ist.

Das Besondere an der Konstruktion von V/H/S ist, dass nun obige Zusammenfassung die Rahmenhandlung zu den eigentlichen Episoden darstellt, welche eben jene dokumentarischen found footage - Filme sind. Man versinkt also als Zuschauer in Geschichten, die sich in einer anderen, diese rahmenden Geschichte befinden. Quasi auf einer zweiten Ebene der Fiktion. Die immer wieder für kurze Momente unterbrochen wird, wenn eine Episode zuende ist, und der Eindringling ein neues Tape einschiebt. Einmal gibt es auch da einen Schreckensmoment, wenn dann urplötzlich der Sessel im Hintergrund leer ist, wo eben noch der tote Mann saß - und er ebendort nach der nächsten Eprisode wieder sitzt. Dass ganz am Ende noch ein weiterer Twist auf den Zuschauer wartet, darf zurecht vermutet werden.

Die Handlungen der einzelnen Episoden möchte ich hier nicht verraten, das nähme dem Film etwas sein Überraschungspotential. Soviel sei aber gesagt: es werden ganz unterschiedliche Geschichten erzählt. Die meisten allerdings sind sexuell aufgeladen und mit Handkamera gefilmt. Und da sei gewarnt: wer ein Problem mit Wackelkmeras hat, wird wenig Freude am Film haben. Hier ist das teilweise extrem exzessiv und anstrengend. Mir war es, ehrlich gesagt, teilweise zuviel - obwohl ich normalerweise keine Probleme mit diesem filmischen Stil habe. V/H/S ist sehr ordentlich geworden, nicht immer ganz plausibel (warum nimmt jemand einen Videochat mit einer Kamera auf und überspielt ihn dann auf VHS?), aber das sind kleiner Kritikpunkte. Die Laufzeit von zwei Stunden gilt es ebenfalls durchzustehen. Ansonsten: sehr ordentlich. Gesehen beim Fantasy Filmfest in Köln.

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