Montag, 1. Juli 2013

Herbstromanze (Jürgen Enz, BRD 1980)


Dieser seltsam neben der Spur liegende Film des ehemaligen Sexfilmers Jürgen Enz ruft Tage nach der Sichtung ebenso seltsame Erinnerungen an ihn hervor: ich denke zum Beispiel häufig an „staubige Wiesen“ oder an „Plastikblumen im Nebel“; an „saftige Pferdeflanken“. Dann aber drängen sich einige offensichtliche Obskuritäten in den Vordergrund: die steifen Sätze, die wie im Theatersprech immer so überdeutlich ausformuliert werden und wie lautgemalte Holzklötze im Film herumstehen. Das allgemein steife Agieren der Schauspieler in ihren unbeweglichen Rollen. Die absolut unspektakuläre Landschaft, die zur Erholung einladen soll und dabei doch nur traurig macht. Oder die Hinterhoferotik, die alt gewordene Männer mit Oberlippenbart und Dialekt ausdunsten, und die – man glaubt es nicht – die Mädchen aus der Stadt verführen soll. Ein Unding, so verführerisch wie die oben genannten „Plastikblumen im Nebel“. Denn eines ist allen Anwesenden (im Film und vor dem Bildschirm zugleich) irgendwie klar: nachher, wenn man sich hirnrissig auf ein Abenteuer eingelassen haben sollte, dann wäre das ein äußerst schales Erlebnis, das sich nicht so schnell vergessen lässt...


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