Mittwoch, 21. August 2013

Harakiri (Fritz Lang, 1919)

Ein heute eher unbekannterer Film vom großen Fritz Lang, der meines Wissens leider auch nicht in guter Qualität zur Verfügung steht. Auf youtube oder archive.org findet sich die "offizielle" Version mit niederländischen Untertiteln. Im Netz soll es auch noch irgendwo englische Subs geben. Nun ja, gut die Hälfte aller Untertitel lassen sich auch auf niederländisch gut verstehen, wenn man ab und an mal Pause drückt. Der Film basiert auf der Geschichte der "Madame Butterfly", in der sich, hier bei Lang, die Tochter eines japanischen Daimyo in Nagasaki nach dessen Tod in einen holländischen Handelsoffizier verliebt. Sie bekommt ein Kind von ihm, doch da muss er für vier Wochen zurück in die Heimat. Aus vier Wochen werden jedoch vier Jahre - und auch ein Gattin wartet zuhause. Bei seiner Rückkehr nach Japan nimmt er diese sogar mit. Otake, die auf ihn gewartet hatte, ist am Boden zerstört. Ihr blondes Kind von knapp vier Jahren gemahnt sie an den betrügerischen Vater, der in seinem Kultursnobismus keine wirkliche Verfehlung seinerseits erkennen kann. Da nimmt sich Otake schließlich das Leben. Der Film überzeugt in toto nicht, scheint doch die Geschichte recht zerrissen erzählt, und wird mit der Kamera auf Distanz gehalten. Einzig die Protagonistin Otake (Lil Dagover) gefällt in ihrer Rolle und kann schauspielerisch überzeugen. Der Film wurde in Produktion der Decla überwiegend in Hamburg gedreht, in Hagenbecks Zoologischem Garten und beeindruckt in seiner Darstellung des japanisch anmutenden Exotismus. Der Newcomer Lang übernahm das zum Scheitern verurteilte Projekt als nun bereits dritter Regisseur. Eine Kopie wurde in Amsterdam gefunden, nachdem der Film lange Jahre als verschollen galt.



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