Donnerstag, 27. Februar 2014

Handschlag mit dem Teufel - General Roméo Dallaire und der Völkermord in Ruanda (Peter Raymont, Kanada 2004)




Trailer: (c) absolutMEDIENBerlin

Der Dokumentarfilm des kanadischen Filmemachers Peter Raymont erzählt die Geschichte des Völkermords in Ruanda im Jahr 1994, dabei sich an den Ereignissen des biographischen und 2008 bei Zu Klampen auf Deutsch erschienen Buches des ehemaligen Kommandanten der UN-Friedensmission, General Roméo Dallaire, orientierend. Bei den Massakern durch die Milizen wurden in weniger als 100 Tagen 800.000 Tutsi auf brutalste Weise getötet - Männer, Frauen und Kinder. Die Internationale Gemeinschaft pflegte, so gut es ging, wegzusehen und verweigerte Dallaire die Mittel und das Personal, die ein absolut notwendiges und effektives Eingreifen möglich gemacht hätten. De facto wurde sogar das Kontingent der belgischen Truppe abgezogen, da die Gefahr für Leib und Leben für die Soldaten angeblich zu groß wurde. Die Zivilbevölkerung wurde somit ihrem Schicksal überlassen. Dallaire hingegen widersetzte sich den Befehlen seiner Vorgesetzten und blieb. Schlecht ausgerüstet und ohne finanzielle Mittel war es ihm aber nicht möglich, in angemessener Weise zu agieren. Jahre später, nach der partiellen Überwindung seiner posttraumatischen Belastungsstörung und der tiefen Depression, begann er die Ereignisse aufzuschreiben, auf denen dieser Dokumentarfilm basiert.

Ein Kamerateam begleitete Dallaire im Jahr 2004 bei seiner Rückkehr nach Ruanda, wohin er mit seiner Frau als Privatperson reiste. "Um die Dämonen zu vertreiben", wie er an einer Stelle sagt. Dies will ihm freilich nicht gelingen, zu sehr haben ihn die schrecklichen Ereignisse geprägt. 


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