Mittwoch, 26. März 2014

Blutgletscher (Marvin Kren, Österreich 2013)

(c) Koch Media

Ein Szenarium der modernen Industrialisierungs-Apokalypse: aufgrund der Erderwärmung ziehen sich  die Gletscher zurück, die Polkappen schmelzen, die Katastrophen mehren sich. Die Erde steht vor dem Kollaps. Eine Klimaforscherstation hoch oben in den Tiroler Alpen ringt um Erkenntnisse. Zwei Wissenschaftler, eine Biologin, ein ruppiger Bergführer halten die Stellung weltabgeschieden in der Einsamkeit. Eines Nachts färbt sich der Gletscher blutrot, ein Fuchs verendet qualvoll unterm Eis in einer Moräne. Schatten huschen durchs Bild. Die Biologin nimmt eine Probe aus dem Eis und entdeckt auf mikrobakterieller Ebene eine parasitäre Lebensform, die sich mit den Genen des Wirts zu vermischen vermag. Und Mutationen treibt. In rasender Geschwindigkeit. Bis am folgenden Tag die Umweltministerin, die sich für einen Besuch angekündigt hat, die Station erreicht, ist dort oben schon sprichwörtlich der Teufel los. Das Team kämpft ums Überleben – und bekämpft dabei auch immer sich selbst.

Unzweifelhaft sich am Klassiker DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT orientierend, sowie recht unverfroren beim Facehugger ALIEN stibitzend, verbindet Marvin Kren, der schon mit seinem Berlin-Zombiefilm RAMMBOCK (2010) völlig überzeugen konnte, in BLUTGLETSCHER den Öko-Horrorfilm mit der brisanten Thematik des Klimawandels – um so einen Tierhorrorfilm zu erschaffen, der die Nerven des Zuschauers enorm zu terrorisieren weiß. Es ist wunderbar mit anzusehen, wie Kren überhaupt keine Gefangenen macht und, abgesehen vor ein paar derb platzierten Schockmomenten, die eben mit ihrem Überraschungseffekt ohne Umwege (naja!) und per Stromstoß auf direktem Wege zum Herzkollaps führen, mit seinen wunderbar designten Creaturemonstern oldschoolig zu überzeugen weiß und für ordentlich nervliche Zerrütung sorgt. Aber auch mit verschiedenen instantamente durchgeführten Notoperationen, die freilich nicht fehlen dürfen, auch wenn die betreffende  Person im Gesicht schon gelb angelaufen ist (hier wird der Oberschenkel mit der Schere aufgeschnitten um die Wirtshaxe vom Parasiten zu befreien) macht er seinen Standpunkt klar. Das ist schon sehr ausgezeichnet explizit, was einem hier vorgesetzt wird, und definitiv nichts für schwache Nerven...


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