Freitag, 21. März 2014

Wenn er in die Hölle will, lass ihn gehen aka. The Challenge (John Frankenheimer, USA/Japan 1982)

Der zweitklassige amerikanische Boxer Rick Murphy (Scott Glenn), der sein Dasein wenig glorreich als Sparringspartner in Trainingskämpfen fristen muss, erhält von einem japanischen Geschäftsmann den Auftrag, ein seltenes Samuraischwert zurück nach Japan zu schmuggeln. Dieses sei nun wieder in Familienbesitz und die ganze Angelegenheit völlig risikofrei. Kaum aber am Flughafen in Kyoto angekommen, wird er allerdings gekidnappt und gerät zwischen die Fronten in einem erbitterten Familienkrieg zweier Brüder, die beide Anspruch auf das Schwert anmelden. Da ist einmal der reiche und freilich skrupellose Geschäftsmann Hideo mitsamt Privatarmee, und dann sein weiser, den Traditionen seines Landes verpflichteter Bruder Yoshida (Toshiro Mifune mit weißen, wehenden Haaren), der sich in Schwertkunst und Spiritualität übt. Auf welche Seite sich der rüpelhafte Rick schlagen wird, ist zunächst unklar. Doch hat der Mifune eine Tochter, die es ihm angetan hat. Und sie hat große Augen und eine Sehnsucht im Leib.

Typischer Culture-Clash-Film der Achtziger mit reichlich Action auf allen Gebieten, der den unbedarften und arroganten Westler in den exotischen Osten befördert, um ihn dort, geläutert, die Erleuchtung erfahren und ein besserer Mensch werden zu lassen. Anbei wird reichlich Martial Arts serviert, zusammengerührt aus allen asiatischen Himmelsrichtungen. Ob das nun ein Samurai, ein Aikido-Kämpfer, ein Ninja, oder schlicht ein bewehrter Yakuza ist, das ist dem Film ziemlich egal. Was möglicherweise aber auch daran liegen könnte, dass der Film zunächst in China hätte spielen sollen. Spektakulär ist generell das Setting (Shokuji-Tempel versus hypermodernes Kongresszentrum), das ebenso auf Gegensätzen beruht, wie der gesamte auf (über-) deutliche Oppositionen hin konstruierte Film. Weshalb sich allerdings die Tochter ausgerechnet in diesen bleichen, schwitzenden und arroganten Stümper verliebt, ist ein Rätsel, das der Film immer für sich behalten wird.


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