Sonntag, 15. Juni 2014

DVD-Rezension: State of Emergency aka Attack of the Undead (Turner Clay, USA 2011)

Attack of the Undead (c) Tiberius Film
 USA, und wieder mal: Apokalypse. Diesmal ist es eine Chemiefabrik irgendwo auf dem Land, die in die Luft geflogen ist. Und die Hubschrauber der Armee umkreiseln die Rauchsäule so, als ob gleich Godzilla höchstpersönlich erscheinen würde. Stattdessen ist es der freigesetzte Gascocktail, der den Einwohnern einer ruralen Kleinstadt zusetzt. Diese verwandeln sich – aber nicht alle – in Zombies und haben Lust auf Menschenfleisch. Einer der Überlebenen ist Jim, der sich in eine Scheune retten kann, später in eine größere Lagerhalle, wo er auf ein kleines Grüppchen Jugendlicher trifft. Ein hübsches Pärchen und eine hübsche Emo-Braut, die seine nächste Verlobte werden könnte. Seine Herzdame ist nämlich just von ihm gegangen, an einem Steckschuß in der Lende ist sie verendet wie ein Hirsch auf einer Lichtung.

Turner Clays B-Movie ATTACK OF THE UNDEAD ist ein nett gemachtes Digital-Filter-Experiment. Der Gore- und Horror-Content hält sich dabei in Grenzen, die Figuren, das “Ensemble” bekommt recht viel Raum. In langen Diskussionen, Flashbacks usw. wird in die Welt der Charaktere eingeführt – was eine interessante Variante zu den actionorientierten Vertretern ähnlichen Kalibers ist. Schön wäre es dann gewesen, wenn die Figuren etwas interessanter gewesen wären und nicht nur solche Durchschnittslangweiler, wie man sie jeden Tag auf dem Marktplatz in Buxtehude trifft. Dazu immer wieder: schöne Kamerafahrten über die ländliche Idylle hinweg mit saftiger Farbkorrektur, sodass die Optik stimmt, wenn man sich schon an die gängigen Bearbeitunmgsoptionen der Instagram-Lebensaufhübschungmodule gewöhnt hat. In der zweiten Hälfte lässt dann das Interesse allerdings merklich nach, da verläuft das Drehbuch im Sande und so ein einziger Zombie hin und wieder, der bringt den Horrorfan nie wirklich ins Schwitzen.

Warum der Film ab 18 Jahren sein soll, ist mir allerdings nicht erklärlich. Ich vermute einen Marketingtrick: der ist gar nicht ab 18, aber sonst kauft den keiner. Auf die Fährte führt einen der Schindluder, der mit dem Filmtitel getrieben wurde: ...


***