Donnerstag, 9. April 2015

Transferring consciousness: CHAPPIE von Neill Blomkamp (2015)

Ganz am Ende findet der Film dann glücklicherweise zu einem tollen Höhepunkt, wenn der Roboter Chappie, der mittlerweile ein Bewusstsein erlangt hat, dem sterbenden Menschen zu einer neuen Hülle verhilft: Er verpflanzt das Bewusstsein des genialen Ingenieurs Deon (Dev Patel, wie immer: toll!) in den Körper eines Roboters, damit er nicht an einem Bauchschuss sterben muss, sondern weiterleben kann.

Bis dahin, zu dieser Morallektion, muss man allerdings sehr weit gehen durch ein apokalyptisches Johannesburg, erschüttert von Bandenkriegen und Aufständen. Wieder einmal typisches Blomkamp-Terrain, also. Alles überspitzt bis in die Karikatur hinein getrieben, alles überformuliert, bis dass dem Betrachter beinahe das Gesicht einfriert. Gut, man hat den Sarkasmus verstanden, die Ironie der Geschichte, erträgt sogar den Score von Hans "Bummbumm" Zimmer, und auch die grotesken Geschmacksattacken durch die beiden Hauptfiguren von Die Antwoord. Lustig ist das nicht, eher doof. Sehr dicht dran am ollen Schenkelklopfer. Big Badass Bass Bruda.

Bis dann am Ende die Mechanisierung eben auch den Menschen optimiert, allerdings revitalisiert durch einen Roboter. Der dritte Film von Blomkamp nun, an dem einiges sehr gut ist, und so einiges eben auch nicht.

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